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Nachrichten-Archiv

Eltern fordern Hebammenzentrale

Eltern fordern Hebammenzentrale für Aurich

 

Die Mother Hood e. V. Regionalgruppe Aurich fordert

einen endgültigen Beschluss für eine Hebammenzentrale für Aurich. Am 17.

Mai wäre dazu die Gelegenheit auf einer öffentlichen Sitzung des Ausschusses

für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung im Landkreis, welche ab 14 Uhr im

Raum 1.106 stattfindet.

Das bereits im vergangenen Jahr vom Sozialausschuss mit 50.000 Euro

bewilligte Konzept “Hebammenzentrale” muss endlich beschlossen und

schnellstmöglich umgesetzt werden.

Aktuell fehlt die Beschlussvorlage für eine endgültige Abstimmung. Das fertige

Konzept von der Auricher Hebamme Stephanie Decker und Mother Hood e.V.,

das nach Vorgaben vom Gesundheitsamt angepasst wurde, liegt dem Kreis vor.

 

Engpässe auch in unserem Landkreis

 

“Bei uns kommt es wie in zahlreichen Regionen Deutschlands zu massiven

Engpässen in der Hebammenversorgung von jungen Eltern und ihren Babys”,

sagt Tanja Gerdes von der Mother Hood e.V. Regionalgruppe Aurich.

Eine Hebammenzentrale könne die werdenden Eltern effektiv bei der Suche

nach einer Hebamme unterstützen.

“Wichtig ist uns, dass die Frauen persönlich vermittelt werden können und

weiterhin die aufsuchende häusliche Hebammenbetreuung gewährleistet

werden kann”, sagt Tanja Gerdes.

 

Über 500 Postkarten pro Hebammenzentrale übergeben

Am 23. April hatte Mother Hood e. V. der Stadt über 500 Protestpostkarten

übergeben, mit denen Auricher*innen für eine Hebammenzentrale gestimmt

haben. Die Vorteile einer persönlichen Vermittlung von Hebammen liegen auf

der Hand:

- effiziente Dokumentation freier Kapazitäten

- bessere Nutzung freier Kapazitäten

- bessere Vernetzung

- besser Ausnutzung der Ressourcen vor Ort

 

Über Mother Hood e. V.:

 

Bei Mother Hood e.V. setzen sich Eltern bundesweit für eine gute Versorgung von

Mutter und Kind vor, während und nach der Geburt ein. Durch Kreißsaalschließungen,

Personalmangel in Kliniken und Lücken in der Hebammenversorgung ist eine sichere

Geburtshilfe nicht mehr überall gegeben. Zu den Hauptforderungen von Mother Hood gehören unter anderem

 

die 1:1-Betreuung durch eine Hebamme

und das Recht auf die freie Wahl des Geburtsortes (www.mother-hood.de).

 

Mother Hood e . V. - Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind während

Schwangerschaft, Geburt und 1. Lebensjahr,

Brahmsstr. 12A, 53121 Bonn.

Regionale Ansprechpartnerin:

Tanja Gerdes, t.gerdes@mother-hood.de ,

Tel. 01520 1860102

 

Hintergrundinformationen

 

Probleme in der Versorgung während Schwangerschaft, Geburt

und Wochenbett

Enormer Mangel an freiberuflich tätigen Hebammen

Die Anzahl freiberuflich tätiger Hebammen und die freien Kapazitäten der noch

verbliebenen Hebammen sinken drastisch. Die Unterversorgung der Eltern

verschärft sich.

In naher Zukunft droht ein Fachkräftemangel in Aurich. Allein in Niedersachsen

gehen in den kommenden acht Jahren ein Viertel der Geburtshelferinnen bei

steigender Geburtenzahl in den Ruhestand.

Mangelnde Hebammenversorgung für geflüchtete Mütter

Viele geflüchtete schwangere Frauen und junge Mütter bleiben oft ohne

Hebamme, da aufgrund des Mangels an Hilfe und Unterstützung keine

umfassende Betreuung gewährleistet werden kann.

Fehlende Datenlage

Momentan fehlt es an belastbaren Zahlen, wie die jungen Eltern wirklich vor

Ort versorgt sind. Darüberhinaus gibt es keine verlässlichen Daten, wieviele

Hebammen tatsächlich arbeiten, welche Leistungen sie anbieten und ob und

welche Kapazitäten sie haben. Dadurch erschwert sich auch die Suche für die

Frauen.

 

Drohende Schließung der Auricher Geburtshilfe

Der Mangel an Hebammen besteht auch im Auricher Krankenhaus.

Durch drohende Schließungen und fehlende außerklinische Alternativen ist die

Wahlfreiheit der Betreuung und des Geburtsortes nicht mehr gegeben.